AdScale - ein Erfahrungsbericht

Wie der geneigte Blogleser weiß, suchen wir momentan nach den effektivsten Wegen, für WYP die Werbetrommel zu rühren. Aktuell unternehmen wir erste Gehversuche in Adwords, sind mit einigen Portalen in Koop-Verhandlungen und haben auch erste Affiliates (über Partnernetzwerke akquirierte, eher kleinere Seiten) gewinnen können. Bei den Affiliates besteht momentan noch das Problem, dass die Qualität der sich bei uns bewerbenden Seiten zu wünschen übrig lässt.

Eine sehr interessante Alternative stellt da das Modell von Adscale dar, denn dieses funktioniert quasi “umgekehrt”: Hier bewerben sich zunächst nicht die Käufer, sondern die Anbieter von Werbeflächen. Man kann also ganz gezielt die für die eigene Kampagne wirklich passenden Seiten heraus suchen und ein individuelles Angebot unterbreiten. Ein Live-Auktionsprozess soll für diesen Prozess optimale Transparenz und Planungssicherheit bieten. Ein tolles Modell, welches speziell für kleinere Seiten bessere Auslastung der Werbeflächen schafft und Werbetreibenden eine gleichzeitig zielgenaue wie unkomplizierte Kampagnensteuerung ermöglicht - da ist es auch egal, wenn es sich “nur” um einen AdBrite Clone handeln sollte. Natürlich haben wir es gleich ausprobiert. Dabei hat sich leider gezeigt, dass Adscale noch längst nicht ausgereift ist:

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Zunächst erhält man als Käufer die Auswahl zwischen Kategorien- und Einzelwerbeflächenbuchung, sowie zwischen TKP-Bennern und CPC-Textanzeigen. In beiden Fällen haben wir uns für letzteres entschieden. Anschließend werden die verfügbaren Seiten genannt, die sich natürlich nach bestimmten Kriterien sortieren lassen. Hier wird auch für jede Seite bereits ein CPC genannt, der sich aus dem Liveauktionsmechanismus ergibt - wie genau, wird an Ort und Stelle leider nicht erklärt.

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Nach Auwahl der gewünschten Seiten kann man Laufzeit, ein Tagesbudget und ein CPC-Angebot bestimmen. Hier gleich der nächste Wermutstropfen: dieses CPC-Angebot ist nicht flexibel, das heißt diesen Preis muss man auch tatsächlich bezahlen - also nicht wie bei Ebay, wo ich zwar 100€ als Zahlungsbereitschaft einstellen kann, dann mangels Bietern aber vielleicht doch nur 20€ zahlen muss. Weiterhin erhalten alle Seiten, die man sich in einer Kampagne zusammengeklickt hat, das gleiche Angebot. Dadurch wird zwangsläufig eine adverse Selektion stattfinden: “Minderwertige” Seiten werden tendenziell das Angebot eher annehmen, als hochwertige Seiten - die Qualität der Werbeplätze wird dadurch im Schnitt niedriger sein als geplant. Das Problem lässt sich nur durch das aufwändige Anlegen jeweils einzelner Kampagnen umgehen.

Am meisten stört mich jedoch die Kampagnenadministration: Ist die Kampagne einmal live geschaltet, gibt es keine Möglichkeit, sich anzeigen zu lassen, welche Seiten das Angebot nun angenommen oder abgelehnt haben. Man kann nur warten, ob sich irgendwann die ersten Klicks einstellen, und dann nachsehen, woher diese kommen. So mussten wir nach ein paar Tagen den Test abbrechen, ohne einen einzigen Klick erreicht zu haben.

Ebenfalls getestet (jedoch von Anbieterseite aus) hat der Webmasterblog. Scheinbar ist hier AdScale jedoch durchgefallen, denn momentan findet sich auf dem Blog keine AdScale Werbung? Bald über seine Testergebnisse berichten wird Affiliatebusiness.de. Gibt es noch andere Gründer, die ihre Erfahrungen mit uns teilen möchten? Das Konzept finde ich sehr gut, und vielleicht liegt die Ursache des misslungenen Tests auch teilweise in der Anwenderkompetenz ;-). Und die angesprochenen Mängel sollten sich eigentlich relativ leicht ausräumen lassen. Wir werden auf jedem Fall AdScale bald erneut testen, uns aber auch Alternativen wie Linklift und AdShopping ansehen.

Wer noch mehr zu AdScale erfahren will, findet unter anderem hier ein Interview mit den Gründern. Die Finanzierung scheint auf jeden Fall gesichert zu sein, unter anderem geben sich Holtzbrinck Ventures, der European Founders Fund, Oliver Jung und Lukasz Gadowski die Ehre. Im Gründerblog wurde zuletzt von einem Relaunch berichtet.