Piratenpartei kapert Innenministerium!

Neuer Höhepunkt im Wahlkampf 2.0: die Piratenpartei, die zum ersten Mal bei der Bundestagswahl antritt und gleich den Einzug in den Bundestag avisiert, hat das Innenministerium gekapert! Ein passenderes Objekt für die virtuelle Besetzung hätten sich die Piraten auch kaum aussuchen können, schließlich gehört der Kampf gegen den “Überwachungswahn” zu den Kernthemen der Partei. Hier geht es zur offiziellen Meldung der Piratenpartei (siehe zum WYP-Konzept auch den älteren Chip-Artikel “so wird Microsoft verAPPLEt). Und hier direkt zum virtuellen Innenministerium- jeder Wähler, dem die Stärkung der Grundrechte, die Stärkung der Privatsphäre, oder die Informationsfreiheit am Herzen liegt, sollte sich das Programm der Piraten mal ansehen und sich ein eigenes Bild machen. Zum Beispiel auf dem Wahlportal “Klarmachen zum Ändern!

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Im Internet befinden sich die Piraten jedenfalls schon mindestens auf Augenhöhe mit den etablierten Parteien. Das zeigt nicht nur das Kapern  des Innenministeriums - in den Blogs rauschte und rauscht es gewaltig, wahrscheinlich ist die Piratenpartei inzwischen schon die in der Blogosphäre am häufigsten erwähnte Partei überhaupt.

Hier eine kleine Blog-Rundschau, die nur die letzten Stunden abdeckt:Rekordmarken der Piratenpartei bei StudiVZ und Mitgliederzuwachs werden bald täglich übertroffen, Kritik dagegen gab es jüngst an dem Interview des Bundesvizes in der rechtslastigen Zeitung “Junge Freiheit” - wobei es sich hier um ein Missgeschick handelt, welches hochgekochtwird von denen, die eben einfach sehr gerne hochkochen, Sympathisanten der Piraten wiederum vermuten hinter diesen Gegenstimmen teilweise Pekularinteressen. Es gibt inzwischen eine Stellungnahme des betroffenen Piraten, nachzulesen z.B. auf dem womblog - LifeGen dagegen liefert gratis Medien-Tipps für die Zukunft. Deutlich positiver die Reaktionen auf die prägende Rolle der Piratenpartei auf der Freiheit-statt-Angst-Demo am letzten Wochenende (z.B. mit dem “Gläsernen Mobil”.

Aber es gibt - wie das bei jeder demokratischen Partei auch sein muss, natürlich auch Ablehner und Gegenstimmen: Manche Sympathisanten sind einfach vom Hype genervtDas OstwestfalenBlog sieht Gefahren der Piratenpolitik für die Musikvielfalt, erschreckend.de sieht Zivilversager am Werk, Danilola ist Piratin, würde die Piraten aber dennoch nicht wählen,Kleinparteien (genauso wie kleine Startups ;)  haben es natürlich immer schwer, sich in der klassischen Medienlandschaft durchzusetzen. Über die Chancen der Partei, bei der Bundestagswahl ein Ausrufezeichen zu setzen, wird viel gerätselt, auch über die Ausdauerder jungen Gemeinschaft. Ende des Monats sind wir schlauer - wichtig ist es, als Wähler die Alternativen zu kennen.