Google Maps Monopoly oder WYP?

Seit über einem Monat gibt es ein “Google Maps Monopoly”. Monopoly City Streets ist zunächst mal genau wie WhatsYourPlace `(WYP) ein Google Maps Mashup, bei welchem die virtuelle Markierung von realen Plätzen weltweit möglich ist (wobei ich bei City Streets keine Bauten wie die Allianzarena, sondern nur Straßen und laut Horst Working auch nur in städtischen Gegenden markieren kann).

Im Unterschied zu WhatsYourPlace stellen die eigenen “Ländereien” bei City Streets jedoch kein tatsächliches virtuelles Eigentum dar. Denn Eigentum schließt auch immer Eigentumsrechte mit ein, diese habe ich auf Monopoly nicht. Während der Landbesitzer auf WYP eine Garantie hat, seine Ländereien behalten und exklusiv nach außen darzustellen, und natürlich über das uneingeschränkte Wiederverkaufsrecht verfügt, kann City Streets beispielsweise jederzeit eine bedingungslose Totalenteignung durchführen, wie Tausende Monopoly-Spieler bereits zweimal erfahren mussten.

Monopoly City Streets ist ein Spiel, das heißt es geht letztlich nicht darum, bestimmte Orte zu besitzen, sondern die Mitspieler unter Befolgung eines klar definierten Regelwerkes zu übertrumpfen. Daher wird auf der Plattform auch ausschließlich mit Spielgeld hantiert. Im Unterschied dazu ist Kernthema von WhatsYourPlace die eigenen Lieblingsplätze zu besitzen, und über ein Platzprofil exklusiv der Community darzustellen -weshalb WYP der Beinamen “Facebook für Plätze” verliehen wurde. Die reale Relevanz, die virtueller Landbesitz auf WYP hat, ist durch zahlreiche Medienberichte nachgewiesen, die teilweise sogar einzelne Grundstückskäufe thematisierten (vgl. CHIP: So wird Microsoft verapplet, Blick: Er besitzt jetzt das Hallenstadion,  Kölnische Rundschau: “Kölnerin kauft Neverland Ranch“, NWZ: Webfirma aus Westerstede kauft Lappan, News.at RettÖ besetzt das Parlament).

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So unterschiedlich die persönlichen Bezugspunkte zu einem Ort sind, so unterschiedlich kann auf WYP daher auch die Nutzung der eigenen Ländereien sein - jetzt durch die neuen Möglichkeiten (Videos, Abstimmungen, Platzspezifische Newsticker, Widgets, Webcams, Live Twitter Searches, Games etc.) erst recht: das Spektrum reicht von Parteien wie die Piraten, die das Innenministerium besetzt haben (siehe Pressemitteilung der Piraten), bis zu Bierliebhabern, die sich die eigene Lieblingsbrauerei gesicher haben. Das rein spielerische Spekulationsmotiv, welches fast ausschließlich auf Monopoly City Streets zum Tragen kommt, ist daher nur ein kleiner Teilaspekt bei WhatsYourPlace; wobei schon viele Plätze bereits zu einer Wertsteigerung von über 100%, in Einzelfällen sogar über 1000% geführt haben, wie diese exemplarische Auflistung zeigt. Reale Wertsteigerung in realen Euros versteht sich.

Bei dieser kleinen Gegenüberstellung geht es nicht um ein besser oder schlechter: wir finden das Monopoly Konzept hervorragend, schließlich stehen wir seit unserem Launch vor rund 2 Jahren für eine Verschmelzung von realer und virtueller Welt ein, die eben nicht immer die umständliche Form einer künstlichen 3D-Welt wie bei Second Life nehmen muss. Und wir sind froh über jedes Portal, welches das nachwievor vielen Menschen unbekannte Konzept von virtuellem Landbesitz ein Stück geläufiger macht.

Thema ist die völlig unterschiedliche Positionierung der beiden Plattformen. Wer sich vor allem spielerisch mit anderen Tycoons messen und Mitspieler durch taktisches “Kaufen” übertrumpfen möchte, der wird sich für Monopoly City Streets entscheiden. Auch wer es völlig abwegig findet, für ein virtuelles Grundstück ein paar Euro zu zahlen, es aber hinnimmt, wenn Stunden des virtuellen Immobilienscheffelns durch einen Systemreset von Hasbro zunichte gemacht werden, der wird zu Monopoly tendieren ;) Wer dagegen einen bestimmten Ort virtuell besitzen, und vielleicht auch nach außen darstellen und sich mit anderen Landbesitzern darüber austauschen möchte - für den ist WhatsYourPlace die richtige Wahl.

Auf jeden Fall ist es Hasbro gelungen, für den Launch von City Streets einen enormen Hype zu erzeugen. Kaum ein Blog mit Onlinethemen, welches darüber nicht berichtet hat, darunter electrobeanswemaflo, Netzberichterstatter, siedeln.de, fiddlersblog, Gegenteiltag, Jakob Albrecht, ZyndromPlüschgewitter, LotharF, Bleaf, NetbuzzrFaddor, erlebt, Onlinespielerecht, Schockwellenreiter und Frontbumpersticker um nur eine ganz kleine Auswahl zu erwähnen… Dieser Buzz führte jedoch zum Luxusproblem von stark überlasteten Servern (wie erwähnt von Reise Blog, Werbeblog, blogspan, Sponsordealer, Andy Wunderlich und gutenbergblog). Auch gab es bis zuletzt noch einige Kinderkrankheiten und schwerwiegenden Bugs (siehe Berichte auf Dennis Meise, Wuppi, Mundilfari und MrBrook), die nun schon zum zweiten Mal - wie oben bereits erwähnt - einen kompletten Systemreset nötig gemacht haben (Leidtragende äußerten sich unter anderem auf Konsumkinder, wunschlos glücklich, IT20, Yuccatree, allmostontop, Wingi, ds-ign, Medientrends, Über den Rand, Bleh und Webarchitekt)

Wir sind sehr gespannt, wie das Projekt weiterläuft. Das Spiel soll laut offizieller Auskunft nur bis Ende 2010 andauern. Wer Lust hat, das Google Maps Monopoly einfach mal auszuprobieren, der findet für einen erfolgreichen Spielverlauf interessante Tipps unter anderem bei  Teo-Net, W-masterhow, Hannes Schurig, Sascha Foppe, zeeamericandrones und et jeht so. Wer dagegen durch diesen Artikel auf WYP aufmerksam geworden ist, dem empfehlen wir die kostenlose Registrierung auf WhatsYourPlace. Feedback und Anregungen sind jederzeit willkommen!

Zum Abschluss noch eine Handvoll bemerkenswerter Zitate zu Google Maps City Streets:

konstrukt.com: “anfangs machts spaß, dann hat man sehr schnell alles erkundet und ausprobiert und danach gibts kaum noch reize sich intensiver damit zu beschäftigen.”

danielhahler: “Ich wundere mich ja nur über Leute, die angeblich 14+ Stunden damit verbracht haben, ein paar gute Straßen zu kaufen und denen nun der Account geklaut/überlagert wurde.”

stadtstadtstadt: “für stadtplaer ein weites betätigungsfeld, vor allem, wenn man sieht, was die rein ökonomisch ausgerichtete bebauung für auswüchse herausbildet.”

Mundilfari: “Kommunikation unter den einzelnen Spielern ist überhauptnicht möglich; […] für mich persönlich ein Unding für ein Spiel was auf Multiplayer ausgelegt ist.”

Webmatch: “Schon nach seinen ersten Schritten im Spiel ist ganz schnell der Spaß vorerst vorbei. […] hätte man dem Spiel noch sehr viel mehr Tiefe und einen stärkeren Communitycharakter geben können.”